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Camerata Salzburg

CAMERATA SALZBURG

Jenseits der Noten beginnt die Musik

Den richtigen Ton zu treffen ist für jeden Redner das A und O. Musiker hingegen sehen das als ihre Pflicht. Die Kür, das Wesentliche und Herausfordernde beginnt jenseits der Wiedergabe dessen, was auf dem Notenblatt sichtbar ist. Erst hier öffnen sich die Welten, in denen das Wahrhaftige der Musik zu finden ist.

Mit diesem Leitgedanken inspirierte der legendäre Geiger Sándor Végh das 1951 von Bernhard Paumgartner gegründete Ensemble und prägte von 1978 bis zu seinem Tod 1997 die stilistische Identität der Camerata Salzburg. In seinem Wirken schenkte er den Musikern das Glück, das die Musik für diejenigen bereit hält, die Kraft, Engagement und beseelte Leidenschaft zu geben bereit sind. Das ist der besondere Geist, der das gesamte Ensemble bis heute kennzeichnet. Manche sprechen in diesem Zusammenhang auch von tradierter Probendisziplin. Doch liegt der Schlüssel zum tieferen Verständnis eher in Begriffen wie Hingabe und dem Willen Außergewöhnliches zu erreichen.

In der Saison 2003/2004 werden Gastauftritte die Camerata Salzburg zusammen mit Murray Perahia, Leif Ove Andsnes, Mitsuko Uchida, Heinrich Schiff unter anderem in die Schweiz, nach Deutschland und Luxembourg führen.

Mit Sir Roger Norrington, seit 1997 Chefdirigent, und Leonidas Kavakos, "Principal Guest Artist" der Camerata Salzburg seit der Saison 2001/02 unternimmt das Orchester anfang Dezember eine Tournee in die USA und ist unter anderem zu Gast in New York im Lincoln Center.

Regelmäßige Einladungen zu den Salzburger Festspielen, der Mozartwoche sowie das traditionelle Neujahreskonzert am 1.1.2004 und das Camerata-eigene Festival "Begegnung", im Jahr 2004 mit Franz Joseph Haydn, runden die Saison ab.

Ebenso wichtig wie der Weg nach außen, das heißt zu Gastauftritten, ist das Wirken von innen heraus. Die Vielzahl international bekannter Künstler, die der Einladung nach Salzburg folgen, sind für die Anziehungskraft der Camerata signifikant. Zu den Gästen gehören die Dirigenten Franz Welser-Möst, Trevor Pinnock und Sir Neville Marriner, sowie die Solisten Murray Perahia, Mitsuko Uchida, Joshua Bell und Anne-Sophie Mutter.

Aber Ausnahmeerscheinung ist die Camerata Salzburg sowohl in musikalischer als auch in menschlicher und organisatorischer Hinsicht. So wie das Ensemble in alle Welt reist, repräsentiert es diese Welt in sich selbst. Aus 24 Nationalitäten setzt sich hier ein Spiegelbild der Kulturen zusammen, vereint in der universellen Sprache der Musik. Dahinter steht enorme Leistung, zumal die mehr als 80 Konzerte pro Jahr überwiegend privat finanziert werden ­ in Europa eine Rarität.

Insgesamt ist der Arbeitsstil erfrischend anders. Konzerte und Tourneen werden in Projekten erarbeitet. Es gibt einen festen Stamm an Ensemblemitgliedern, der projektspezifisch von weiteren Musikern ergänzt wird. Probenzeit und Probenplan sind keine strikt feststehenden Größen. Man nimmt sich Zeit, denn primärer Maßstab ist die Qualität des Ergebnisses.

Die Anforderungen an alle Beteiligten sind hoch. Doch das, was jenseits der Noten beginnt, ist jede Mühe wert und belohnt entsprechend: Musik in ihrer ganzen Fülle und Tiefe.

Saison 2003/04