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Musikkollegium Winterthur
 
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Biographie der Winterthurer als .doc

 
Das Musikkollegium Winterthur ist das älteste Orchester der Schweiz und wohl eines der ältesten Ensembles seiner Art überhaupt, entspringt es doch einer privaten Vereinigung und nicht höfischer Tradition. Die Geschichte des Musikkollegiums Winterthur lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts prägten der Mäzen Werner Reinhart und der Dirigent Hermann Scherchen die Geschicke des Orchesters wesentlich. Bedeutende Komponisten wie Richard Strauss, Igor Strawinsky, Othmar Schoeck oder Anton von Webern komponierten für das Musikkollegium. Reinhart verstand es aber auch, eine bedeutende Sammlung mit Musikmanuskripten, Briefen und Schriften anzulegen. Das Archiv seiner "Rychenberg-Stiftung" und das Musikkollegium-Archiv zählen zu den bedeutendsten musikalischen Privatsammlungen Europas - nicht zuletzt dank Autographen von Mozart, Puccini, einem beachtlichen Briefwechsel von Brahms und zahlreichen Partituren grosser Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Neben und nach Scherchen pflegten Dirigenten wie Wilhelm Furtwängler, Fritz Busch, Joseph Keilberth und Armin Jordan eine langjährige Beziehung zum Musikkollegium Winterthur. Aufgrund der vielfältigen Aufgaben in seiner Heimatstadt blieb das Orchester trotz seines internationalen Profils fast ausschliesslich regional tätig. Mit seinen Chefdirigenten Franz Welser-Möst (1987-1990), János Fürst (1990-1994), Heinrich Schiff (1995-2001) und Jac van Steen (2002-2008) hat sich das Ensemble zu einem führenden Schweizer Klangkörper entwickelt.

Neuer Chefdirigent ab der Konzertsaison 2009/10 ist der 1959 in Schottland geborene Douglas Boyd. Er übernimmt die Verantwortung für die künstlerische Entwicklung des Musikkollegiums, wie auch für die Gestaltung und das Dirigat von etwa 15 Konzerten pro Saison. Zudem sind Tourneen und CD-Einspielungen geplant.

Berühmte Gastdirigenten wie Vladimir Ashkenazy, Theodor Guschlbauer, Heinz Holliger und Mikhail Pletnev arbeiten regelmässig als Gastdirigenten mit dem Musikkollegium Winterthur und tragen zu seiner künstlerischen Vielseitigkeit entscheidend bei. Die Tatsache, dass sich viele Orchestermitglieder auch intensiv der Kammermusik zu widmen, fördert die herausragende Ensemblequalität ganz entscheidend.

Aufgrund seiner Grösse von 50 Musikerinnen und Musikern stehen Klassik und Frühromantik neben Werken des 20. Jahrhunderts im Zentrum des Repertoires. Musiker wie Rudolf Buchbinder, Mikhail Pletnev, Andr‡s Schiff und Pinchas Zukerman schätzen es, gerade Werke dieser Epochen mit dem Orchester Musikkollegium Winterthur in Doppelfunktion als Solist und Dirigent aufzuführen.

Das Orchester gibt pro Saison etwa 70 Konzerte, davon rund 40 in Winterthur im Rahmen seiner eigenen Konzertreihen im Stadthaus Winterthur, dem soeben restaurierten Prachtgebäude des berühmten Architekten Gottfried Semper (erbaut 1865Đ1869). Die in der Saison 2006/07 neu lancierte Konzertstruktur, die sich konsequent nach Zielgruppen orientiert, hat die Position des Musikkollegiums als innovativer Konzertveranstalter in der Region weiter gestärkt. Die Förderung von Jugendprojekten, fächerübergreifende Zusammenarbeit mit Instituten und Fachhochschulen und das Veranstalten von themenbezogenen Festivals bilden starke Akzente in der vielfältigen Tätigkeit dieses Ensembles.

Für das CD-Label MDG hat das Musikkollegium Winterthur unter der Leitung von Jac van Steen eine Reihe von Einspielungen mit Werken des 20. Jahrhunderts realisiert, für die es international viel Beachtung fand.

Zunehmend ist das Ensemble auch bei bedeutenden Konzertreihen im In- und Ausland zu Gast (u.a. Deutschland-Tournee mit Heinz Holliger) und bestreitet Galakonzerte für Non-Profit-Organisationen und Firmen.