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Sonatori de la Gioiosa Marca

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Vivaldi: Spritziges Feuerwerk

Bordesholm - Ein erfrischendes Glanzlicht im Festivalprogramm setzten Dorothee Oberlinger und die Sonatori de la Gioiosa Marca am Freitag in der Bordesholmer Klosterkirche mit Konzerten des Venezianers Antonio Vivaldi. Schon zu Beginn legten die Blockflötistin und das italienische Streicherensemble mit Cembalo und Arciliuto im Allegro von La Tempesta di Mare (RV 433) eine atemberaubende Schnelligkeit vor - energisch und schwungvoll machten sie ihrem Ensemblenamen (den Spielern der "Fröhlichen Marken") alle Ehre. Sie musizierten sehr homogen, die (stellenweise zu hoch intonierte) Altflöte wirkte in den Tutti-Passagen als Klangfarbe, ihre Spitzentöne gaben zusätzliche Impulse durch leichtes übersteuern.

Generell rasante Tempi in den schnellen Sätzen überforderten zwar die raumakustischen Gegebenheiten und verwischten manche musikalische Struktur, aber abgesehen davon hätte man sich eine Umsetzung stürmischer Wellen kaum plastischer vorstellen können.

In der Triosonate La Follia (RV 63) arbeiteten die beiden Violinisten und der Cellist, der auch im großen Ensemble zentral agierte, die Kontraste der Variationen heraus - virtuos und spritzig bis lieblich und entspannt. Filigran und leicht imitierte Oberlinger mit ihrer Sopranino den Distelfink in Il Gardellino (RV 90). Insgesamt ließen das Spiel mit Klangfarben der Blockflöte und der Streicher, auch besondere Effekte wie das Schlagen der Saiten - "col legno battuto" des Cellisten mit der Bogenstange oder "rasguedo" des Lautenisten - und ein variabler Einsatz der Continuogruppe Vivaldi zu einem spannenden Erlebnis werden.

Mit drei Zugaben, dem jeweils letzten Satz des "Sommers" aus Le quattro stagioni und aus dem Concerto C-Dur (RV 443) sowie einem Spirituoso von Domenico Sarri, endete der Rausch des musikalischen Feuerwerks.

Kieler Nachrichten, 11.08.2008