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Cantus Cölln
Ltg. Konrad Junghänel
 
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Virgilio Mazzocchi
Vespro della beata Vergine
Carissimi, Frescobaldi Palestrina

Cantus Cölln | Concerto Palatino
Konrad Junghänel

© 2009 harmonia mundi

 
»Virgilio Mazzocchi: ***** superbe«

Rezension in "diapason 03/2009"

Die Mazzocchis stellen eine der wichtigsten Musikerdynastien Roms im 17. Jahrhundert dar. ( ... ) Konrad Junghänel eröffnet uns nun endlich die Möglichkeit, das nicht weniger eindrucksvolle Talent seines (Anm.: von Domenico) jüngeren Bruders Virgilio zu entdecken. Er war Kappellmeister mehrerer römischer Institutionen ... (und) einer der wichtigsten dramatischen Komponisten der römischen Schule. Ebenso hat er ein umfangreiches sakrales Werk hinterlassen, darunter zwei gedruckte Sammlungen (erschienen 1640 und 1648) mit Motetten und Psalmen. Auf diese stützt Konrad Junghänel sich nun bei seiner Rekonstruktion einer Marienvesper wie sie im Petersdom um 1640 hätte erklingen können.

Die Psalmen weisen eine vielseitige mehrchörige Architektur von kontrapunktischem Einfallsreichtum und Pracht auf, in denen Episoden unterschiedlicher Handschrift und von kontrastierendem Ausdruck sich abwechseln. Solistische Motetten verleihen den Affekten nuancenreichen Ausdruck, darunter einige, die den Werken der wichtigsten Kollegen und Vorgänger am Petersdom entnommen sind. Da sind u.a. ein Salve regina von Carissimi und eine Canzona von Frescobaldi - wahre Juwelen, die in diesem ohnehin prachtvollen Umfeld funkeln.

Allen Stücken widerfährt höchste Sorgfalt seitens der Bläser von Concerto Palatino (Bruce Dickey verklärt als fulminanter Zinkenist das Exsurge cor meum von Carissimi) wie auch der Stimmen von Cantus Cölln, durchweg makellos in Klang und Intonation. Konrad Junghänel prägt die Aufnahme in intelligenter Weise mit rhythmischer Vitalität und Theatralität und wahrt das perfekte Gleichgewicht zwischen Stimmen und Instrumenten. Dabei verschafft er jedem einzelnen berechtigte Geltung ohne die textliche Aussage jemals ins Hintertreffen geraten zu lassen. Ein kostbarer Beitrag zur Diskographie der Barockmusik Roms.

Denis Morrier in diapason 03/2009